Chronik

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Auszug aus der Chronik der Freiw. Feuerwehr Tyrlaching

Lange bevor es in der Gemeinde Tyrlaching je einen Feuerwehrverein gab, existierten dennoch Löschgeräte im Ort.

So etwa im Jahre 1797, als die Gemeinde Tyrlaching sich ihr erstes Feuer-löschgerät zulegte. Dies war eine so genannte Zuberspritze mit zwei Hebeln. Die Anschaffungskosten dafür beliefen sich damals auf beachtliche 50 Gulden.

Als am Schutzengelfest im Jahr 1862 die Einöde Stockham in Flammen stand, wurde die Zuberspritze das letzte Mal benutzt.

Im Jahr 1865 wurde sie durch eine Saug- und Druckmaschine ersetzt. Beim Brand der Einöde Bonau im Jahre 1867 hatte die neue Maschine ihre „Feuertaufe“.

Bis zum Jahre 1862 scheint eine ordnungsgemäße Feuerwehr in Tyrlaching nicht existiert zu haben. Berichte über eine Feuerwehr liegen erst aus dem Jahre 1873 vor.

Damals wurde auf Betreiben des königlichen Bezirksamtes Laufen eine Feuerwehr gegründet. Man nannte sie damals „Gemeindefeuerwehr“. Dies war eine Pflichtfeuerwehr.

Da um das genannte Jahr 1873 die Löschmaschine in Tyrlaching noch kein eigenes Heim besaß, musste sie wandern. Sie war bald in dieser, bald in jener Scheune untergebracht. Dies führte in absehbarer Zeit zu unhaltbaren Zuständen, und es kam die Anregung, nebenbei auch der Befehl vom königlichen Bezirksamt Laufen, ein eigenes Requisitenhaus zu erbauen.

Ein bezirksamtliches Schreiben vom 3. November 1873 an die Gemeindeverwaltung Tyrlaching besagt, dass die Gemeindeverwaltung Tyrlaching folgende „Aufträge“ erhielt:

Für die (damals) 14 Anwesen zählende Ortschaft Oberbuch muss eine fahrbare Feuerlöschmaschine mit vorschriftsmäßiger Triebkraft (…) beschaffen werden. (…)

Wenn eine freiwillige Feuerwehr in der Gemeinde Tyrlaching nicht zustande kommt, hat der Bürgermeister sofort Einleitungen zur Bildung einer obligatorischen Gemeindefeuerwehr zu treffen, die gebildeten Abteilungen zur Wahl ihrer Führer (…) zu veranlassen (…). Insbesondere hat der Bürgermeister nicht zu verfehlen, daß sämtliche männlichen Gemeindeangehörigen, welche vom 18. bis zum 60. Lebensjahre verpflichtet sind, bei einem im Orte ausgebrochenen Brande am Brandplatze sich einzufinden und Dienste zu leisten, und dieselben über ihre Verpflichtungen zu belehren, und den Art. 38 Ziff. 8 des Str.Ges.B für das Deutsche Reich, mit seinem vollen Inhalte bekanntzugeben.

Der Bürgermeister wird zur Vermeidung angemessener Disziplinarstrafen verantwortlich gemacht, daß die Abteilungen (…) in jedem Quartale wenigstens eine zweistündige Übung mit der Spritze und sonstigen Löschrequisiten vornehmen, zu welchem Zwecke jedesmal Tag und Stunde von dem Bürgermeister festzusetzen sei.

Die Herstellung eines geeigneten Feuerlöschrequisitenlokals in Tyrlaching kann nicht mehr länger umgangen werden. Will die Gemeinde sich nicht herbeilassen, ein neues Requisitenhaus zu erbauen, wofür ein Bauplatz bei gutem Willen unzweifelhaft zu ermitteln sein dürfte, so muß doch unter allen Umständen darauf mit Nachdruck bestanden werden, daß das dermalige Lokal ausschließend zur Aufbewahrung der Löschmaschine und sonstigen Löschrequisiten verwendet, alle übrigen in demselben befindlichen Gegenstände unverzüglich entfernt werden, (…) und zwei Schlüssel hiezu angefertigt werden, (…).“

Ein anderes amtliches Schreiben wiederholt noch mal den Auftrag, an den Quartalübungen festzuhalten, und fährt weiter fort:

Von der angeordneten Beschaffung einer fahrbaren Löschmaschine für die Ortschaft Oberbuch wolle man (…) vorläufig Umgang nehmen, hingegen wird aber die Erwartung ausgesprochen, daß die Gemeinde auf die Erbauung eines neuen Feuerlöschrequisitenhauses in Tyrlaching Bedacht nehme, und in Erwägung ziehen sollte, ob nicht (…) durch einen entsprechenden Anbau am Schulhause oder sonstwie abgeholfen werden kann.“

Mit diesem amtlichen Schreiben aus dem Jahr 1873 schließen die bezirksamtlichen Befehle.

Dass aber der Wunsch nach einem eigenen Feuerlöschrequisitenhaus nicht einstimmig war, da man sich zur Grundabgabe absolut nicht entschließen konnte, führte dazu, dass die Gemeinde sich genötigt sah mit dem Eigentümer der damals als Feuerlöschrequisitenhaus genutzten Scheune einen Mietvertrag abzuschließen. Damit kam sie auch den bezirksamtlichen Forderungen nach. Der Eigentümer des Feuerlöschrequisitenhauses, Herr Jakob Schwankner, Schustermaierbauer von Tyrlaching, erklärte sich sogar bereit, die Scheune weiter unentgeltlich der Gemeinde zu überlassen, bis ein Bauplatz für ein neues Requisitenhaus gefunden sei.

So wie es damals üblich war, wurden die Löschmaschinen per Pferde zum Einsatz gezogen. Da die aber erst nach Alarmierung zum Feuerwehrhaus gebracht werden mussten, um dort angespannt zu werden, wurde 1873 versucht einen Turnus der Bespannung für die Löschmaschine einzuführen um alle Pferdebesitzer gleichmäßig dazu zu verpflichten. Da die zu diesem Dienst notwendigen Pferde entweder ganz fehlten, oder aber zu weit entfernt von Tyrlaching waren, wurde mit Matthias Latz ein Vertrag zur Bespannung ausgehandelt. Matthias Latz war damals Wirt von Tyrlaching und einziger Pferdebesitzer im Dorf.

Mit dem Bau eines Requisitenhauses schien es dann um diese Zeit doch etwas ernster geworden zu sein, denn eine kurze Notiz besagt: „Es sind bereits erste Einleitungen zum Bau eines Feuerlöschrequisitenhauses getroffen.“

Feuerwehrhaus von 1874, Photo von 1966

Im Jahre 1874 wurde das Feuerlöschrequisitenhaus der Gemeinde Tyrlaching erbaut. Genauere Daten sind nicht überliefert. Im Jahr 1974 musste das Gebäude leider abgerissen werden.

1881: Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Tyrlaching

Nachdem 1873 die Gemeindefeuerwehr gegründet worden ist kam es im Jahre 1881 zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Tyrlaching.

Zum Ersten Kommandant wurde gewählt: Georg Lackner, Lacknerbauer von Zaiselham.

Weitere Aufzeichnungen aus diesem Jahr liegen leider nicht vor.

1893: Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Oberbuch,

Gemeinde Tyrlaching

Am 5. Oktober 1893 wurde im Gasthof zu Oberbuch die Freiwillige Feuerwehr Oberbuch gegründet.

Im selben Jahr wurde auch die vom Bezirksamt geforderte Spritze für Oberbuch im Wert von 1100 Reichsmark angeschafft.

Nachdem diese Spritze im Jahr 1893 angeschafft worden war, wurde am 23. Juli 1923 die dritte Spritze (eigentlich die vierte, aber die Zuberspritze aus dem Jahr 1797 kann man eigentlich nicht als sonderlich brauchbare Spritze bezeichnen) der Gemeinde Tyrlaching in Besitz genommen. Die neue Spritze der Firma Magirus aus Ulm kostete, dem damaligen Inflationspreis entsprechend, 32 Millionen Reichsmark. Da um dieselbe kritische Zeit das Geld, sozusagen, nach dem Dollar reguliert wurde, unterlag es dauernden Schwankungen. Darum wurde die neue Spritze mit Getreide bezahlt. Die Summe wurde verteilt auf Tagwerke. Pro Tagwerk hatte jeder Gemeindebürger, der Grund und Boden besaß, gewisse Anzahl an Pfund Getreide zu liefern.

Ähnlich war es mit der Bezahlung der Fahne der Feuerwehr Tyrlaching im Jahre 1925. Diese Fahne kostete damals 240 RM. Die Summe wurde durch Abgabe von 20 Pfennig pro Tagwerk aufgebracht. Die Fahne wurde im Kloster Baumburg bei Altenmarkt von den dortigen Klosterfrauen hergestellt.

Gruppenphoto nach der Fahnenweihe am 29.06.1925

Die Fahnenweihe fand am 29. Juni 1925 statt. Patenverein war damals auch schon die Freiwillige Feuerwehr Freutsmoos.

Am 8. Januar 1932 bekam die Gemeinde Tyrlaching das modernste Löschgerät der damaligen Zeit: eine Motorspritze. Wörtlich heißt es in der Originalchronik: „Mit dieser Beschaffung hat an Ausrüstung die Freiwillige Feuerwehr, vielmehr das Feuerlöschwesen der Gemeinde Tyrlaching, die höchste Stufe erreicht.“

Die Anschaffungskosten der Löschmaschine, die ebenfalls von der Firma Magirus stammte, beliefen sich auf 2000 RM (ohne Schlauchanlage).

 Um den Einsatz der Mannschaften samt der Motorspritze zum Einsatz hin zu beschleunigen, wurde im Jahre 1933 ein Fahrzeug angeschafft. Es war ein ausrangierter Lieferwagen, Marke Hansa, mit 24 PS. 1938 wurde dann noch ein PKW Fünfsitzer gekauft.

Die Feuerwehr im Dritten Reich

Nach Übernahme der Macht durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933 änderte sich auch das Feuerlöschwesen. Es wurden, wie in allen Organisationen, in der Feuerwehr gründliche Neuerungen durchgeführt. Während früher Oberbuch seine eigene Feuerwehr besaß, wurde diese dann im Jahr 1934 mit der Feuerwehr Tyrlaching zusammengelegt und neu benannt: „Löschpolizei“. Die einheitliche Führung übernahm damals der seit 1928 im Amt stehende Tyrlachinger Kommandant Georg Maier, Ortnerbauer von Zaiselham, als „Obertruppführer“ in der neuen Organisation.

Im Dritten Reich musste jede Gemeinde auf Veranlassung der zuständigen Gauleitung der NSDAP jedes Jahr eine Gemeinschaftsarbeit verrichten. Zuerst sollte in Tyrlaching ein HJ-Heim gebaut werden. Bürgermeister Schifflechner (Bauer aus Oberbuch) dachte allerdings praktisch und plante die Errichtung eines neuen Feuerwehrhauses (das erste war nun 63 Jahre alt), welches auch von der zuständigen Behörde genehmigt wurde. Der Bau wurde 1937 begonnen. Es entstand ein 10 x 6 Meter großes Backsteingebäude mit einem Einfahrtstor auf der Straßenseite und mit 8 Meter hohem Schlauchturm. Auf dem Grundstück im damaligen Besitz von das Gebä Wagnermeister Michlbauer wurdeude im Jahr 1939 vollendet. Aus einem Nachtrag der Chronik von 1992 geht hervor, dass sich allerdings herausstellte, dass das Grundstück, auf dem das Feuerwehrhaus stand, mit 117 m2 Mathias Praxenthaler gehörte und nur zu 16 m2 Josef Michlbauer. (Grundbuch von 1941)

Für den Bau wurden 880 Arbeitsstunden aufgebracht und 30 Fuhrwerksleistungen, wobei täglich zwei Gespanne fuhren. Die Gemeinschaftsarbeit hatte zusammengerechnet einen Wert von ca. 3300 Reichsmark.

So wurde die längst anstehende Frage eines Feuerwehrhausbaus elegant gelöst. Die im Jahr 1932 angeschaffte Motorspritze bekam ihr neues Heim, ebenso wurden der Lieferwagen und die Schallkanone untergebracht.

Im Friedensjahr 1945 wurde dann noch ein Lastwagen von der Wehrmacht in Laufen zu einem Schätzpreis von 2000 RM gekauft und im Feuerwehrhaus für den Transport der Motorspritze untergebracht

 Der Feuerwehrdienst wurde natürlich nach 1933 durch die Reichsregierung auch ausgedehnt und wesentlich verschärft. Monatlich mussten zwei Übungen durchgeführt werden.

Mit Einführung des Reichsluftschutzdienstes wurden der Feuerwehr besondere Aufgaben zugewiesen. Die Feuerwehrleute mussten mit den gesteigerten Anforderungen im Luftkrieg vertraut gemacht werden. Schulungslehrgänge hatten die Gruppenführer und ihre Männer zu absolvieren. Auch Großübungen waren durchzuführen werden: Im Herbst 1944 fand in Tittmoning eine solche groß angelegte Luftschutzübung statt, wo die umliegenden 20 Feuerwehren teilnehmen mussten. Es war ein Angriff aus der Luft angenommen worden. Sogar zwei Feuerwehroffiziere aus München waren anwesend. Um 14 Uhr kam die telefonische Alarmierung für den Einsatz, 23 Minuten später löschte die „Löschpolizei“ Tyrlaching dann bereits in der Stadt Tittmoning.

Der Zweite Weltkrieg ließ durch die Einberufungen die Anzahl der Aktiven sehr zusammenschrumpfen. Acht Männer waren noch tätig. Ob dies dann durch den aktiven Dienst von Frauen wieder ausgeglichen wurde, davon ist nichts schriftlich hinterlegt. Allerdings ist es gut vorstellbar, denn wie hätten sonst so große Brände während der Kriegszeit, wie etwa der Brand beim „Michl“ im Jahr 1942 gemeistert werden sollen?

Während im Verlauf des Zweiten Weltkrieges die Luftwaffe der Alliierten Überhand gewann, wurde der Einsatzbereich der Dorfwehren immer wieder erweitert. Für den Katastrophenfall wurde angeordnet, dass große Städte wie Salzburg oder München auf dem Einsatzgebiet der hiesigen Landfeuerwehren standen. Aber solche Aufgaben traten dann doch nicht mehr an sie heran.

Anzusprechen wäre noch aus dem letzen Kriegsjahr, dass die Luftgefahr immer größer wurde. Täglich gab es vormittags Großalarm, da hunderte von schweren viermotorigen Bombern unser Gebiet überflogen, begleitet von schnellen Jägern. Gerade über unserem Luftraum sammelten sich die aus verschiedenen Richtungen kommenden amerikanischen Großverbände, um ihre Angriffe auf die bayerischen Städte zu beginnen. Am Josefitag 1945 wurden die Stickstoffwerke in Trostberg von vereinzelten Bomben getroffen, zur gleichen Zeit die Bahnhöfe in Garching, Mühldorf und Landshut bombardiert und Tiefflieger bestrichen die Bahnstrecke von Mühldorf nach Salzburg.

Nach dem großen Zusammenbruch 1945 erschienen dann auch amerikanische Kampftruppen in Tyrlaching, quartierten sich ein und nahmen die schöne alte Feuerwehrfahne bei ihrem Abzug mit. Im September 1945 wurde sie von einem Kloster bei Miesbach wieder zurückgeschickt.

Einen empfindlichen Verlust erlitt die Feuerwehr durch die amerikanischen Besatzungstruppen dadurch, dass nach Enteignung des Fünfsitzer-PKW auch 400 Meter Schläuche fehlten, die bei der mangelnden Rohstoffknappheit so schnell auch nicht wieder ersetzt werden konnten.

Die Feuerwehr seit 1948

Im Jahr 1948 übernahm Otto Kirchleitner das Amt des 1. Kommandanten.
Als Fahrzeug war damals der von der Wehrmacht gekaufte 2-Tonnen-LKW Steyr 260 vorhanden, zusammen mit einer TSA Magirus.
Die TSA Magirus wurde im Jahr 1962 durch eine TS 8 VW abgelöst, die dann auf der Ladefläche des Steyr LKW montiert wurde. Der Steyr bekam dann auch ein Verdeck, damit Mannschaft und Gerät bei schlechtem Wetter geschützt waren.

Steyr 260, Baujahr 1945; hier auf der Fahrt zu einem Feuerwehrfest

Am 10. September 1965 wurde die Freiwillige Feuerwehr Oberbuch aufgelöst und die Geräte zur Freiwilligen Feuerwehr Tyrlaching gebracht. Die ehemalige Mannschaft der FFW Oberbuch leistete nun ihren Dienst bei der Feuerwehr Tyrlaching.

 Das neue LF 8 bei seiner Weihe

Schlüsselübergabe des LF 8

 

Im Jahr 1967 wurde für die Tyrlachinger Wehr ein neues LF 8 angeschafft, ein Magirus Deutz Allrad, das auch noch heute im aktiven Dienst eingesetzt wird. Der Kaufpreis betrug damals 50.140 DM.
Die vorhandene TS 8 VW wurde in das LF 8 übernommen.
Der Ankauf des LF 8 machte es notwendig, das damalige Feuerwehrhaus zu heben, damit ein größeres Tor eingebaut werden konnte. Dies wurde vom 15.-21. Mai 1967 von Feuerwehrmännern in Eigenleistung durch-geführt.

1967 wurde auch die erste Leistungsprüfung am LF 8 abgelegt, Ausbilder war damals 2. Kommandant Johann Poller.

 Wiedergründung des Feuerwehr-Vereins

Am 9. September 1977 wurde der Feuerwehr-Verein in Tyrlaching wieder gegründet.
Bei der Wahl der Vorstandschaft kam es zu folgendem Ergebnis:

1. Vorstand: Johann Winkler

2. Vorstand: Alois Maier

1. Kommandant: Otto Kirchleitner

2. Kommandant: Johann Poller

Die erste Christbaumversteigerung seit langem wurde durch die Feuerwehr am 2. Dezember 1978 veranstaltet. Vorher hat es auch einmal eine gegeben, wahrscheinlich kurz nach Kriegsende, von deren Erlös eine Alarmsirene gekauft werden konnte (lt. damaligen 1. Kommandanten Otto Kirchleitner sen.).

Im selben Jahr hatte die Feuerwehr Halsbach ihr 90-jähriges Gründungsfest. Die Tyrlachinger Wehr sollte der Pate sein. Darum kamen am 14. März 1980 die Halsbacher Kameraden zum Patenbitten nach Tyrlaching. Nach längeren kameradschaftlichen Verhandlungen mit Halsbachs Bürgermeister Fritz Wimmer, Kommandant Martin Kuchlbauer und Vorstand Hans Pfaffinger auf dem Scheitl kam man auf 100 Maß Freibier. Und so machten die Tyrlachinger den Göd für die Halsbacher. Das Fest der Halsbacher Kameraden fand dann am 13. Juli 1980 statt.

 1981: Jubiläumsjahr mit Fahnenweihe

 Für das 100-jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe waren die Halsbacher Kameraden unser Pate.

Folgende Personen waren Festdamen:
Rosa Kirchleitner, Fahnenmutter
Kathi Maier, Trauermutter
Petra Jäger, Fahnenbraut
Maria Klinger, Patenbraut
Roswitha Hochreiter, Patenbraut aus Halsbach

100-jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe der FFW Tyrlaching am 26. Juli 1981

 

100-jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe der FFW Tyrlaching am 26. Juli 1981

Die Tyrlachinger Feuerwehrler fuhren am 28. März 1981 nach Halsbach zum Patenbitten.
Dort mussten Kommandant, Vorstand und Bürgermeister auf das Scheitl, bis 100 Maß Freibier ausgelost waren und die Halsbacher den Göd für die Tyrlachinger machten.
So konnte man dann am 26. Juli 1981 das 100-jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe feiern.
Dafür wurde bereits im Vorfeld ein 2000-Mann-Zelt am 17. Juli aufgestellt (hinterm Wirtsstadel neben der Schule), das dann der Gartenbauverein mit seinen freiwilligen Helfern schmückte.

Im Jahr 1982 schied Otto Kirchleitner nach 34 Jahren als Kommandant bei der Freiwilligen Feuerwehr Tyrlaching aus. Bei der Jahreshauptversammlung wurde er einstimmig zum Ehrenkommandanten ernannt. Sein Nachfolger wurde der bisherige 2. Vorstand Alois Maier, dessen Stellvertreter Konrad Winkler. Damaliger 2. Kommandant Johann Poller war aus beruflichen Gründen zurückgetreten. Johann Poller führte bei der Feuerwehr Tyrlaching die Leistungsprüfungen ein. Als aktives Mitglied blieb er der Wehr dennoch erhalten.

1983 fand das Feuerwehrfest der Kameraden aus Kirchweidach statt. Am 19. März 1983 kam der Kichweidacher Jubelverein zum Patenbitten nach Tyrlaching. Nach den üblichen zeremoniellen Abhandlungen („Scheitlknien“) wurde die Patenschaft zugesagt.

Seit Jahrzehnten hat in Tyrlaching kein Maibaum mehr gestanden. Nach Absprache mit Bürgermeister Josef Miesgang erklärte sich die Feuerwehr Tyrlaching bereit, das Unternehmen anzupacken. Die Gemeinde kam für die Halterung des Baums auf dem Dorfplatz auf. Michl-Bauer Georg Jäger sagte zu, den ersten Maibaum zu stiften. Am 31. Dezember 1983 wurde dieser dann im Wald gefällt.

So ein Baum mit seinen Taferln kostet natürlich Geld. Darum trafen sich die Tyrlachinger Handwerker und Geschäftsleute am 20. Januar 1984. Es wurden die Figuren (Handwerkstaferln) vom Fridolfinger Maibaum vorgestellt. Mit den Vorschlägen waren die Handwerker und Geschäftsleute einverstanden und die Finanzierung wurde beschlossen.

Der Maibaum wurde gehobelt und geschliffen und beim Dögerl „diebstahlsicher“ untergebracht. Aber trotz sicherer Verwahrung wurde der Baum von jungen Burschen aus der Umgebung von Burgkirchen gestohlen. Lange dauerte deren Besitzfreude nicht, denn die Halsbacher stahlen ihn ein zweites Mal. Diesmal wurde der Baum wirklich sicher verwahrt. Bei den Auslöseverhandlungen einigte man sich kameradschaftlich und man führte die fälligen Arbeiten dann gemeinsam aus.

Im September 1985 veranstaltete die Tyrlachinger Wehr auf dem Dorfplatz einen historischen Tag mit Maschinen-Dreschen per Dreschwagen und Ausstellung alter Arbeitsgeräte und Maschinen vom Anbeginn der Technik in der Landwirtschaft.

Der am 1. Mai 1984 aufgestellte Maibaum musste am 11. Dezember 1987 aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Es herrschte nun eine maibaum-lose Zeit. Am 17. Dezember 1988 wurde der nächste Maibaum gefällt, gestiftet von Hans Lebacher, Loding. Im März 1989 wurde der Baum hergerichtet und beim Baumgartner in Loding nach schwierigem Manöver über dem Kuhstall gelagert. Trotzdem wurde der Baum gestohlen, von der Theatergruppe Kirchweidach. Nach Auslöseverhandlungen wurde dann in Roidham gemeinsam hergerichtet. Am 4. Mai 1989 fand das Aufstellen dann statt.

Rohbau des Feuerwehrhauses 1994

Da das bisherige Feuerwehrgerätehaus keinen Wasseranschluss, keine Toiletten und auch keinen Schulungsraum besaß, und es damit auch nicht mehr auf dem Stand der Technik war, wurde der Wunsch nach einem neuen Feuerwehrhaus immer größer. Außerdem bestanden keine Erweiterungsmöglichkeiten für einen Anbau. Am 27. August 1991 wurde ein Antrag wegen Neubau eines Feuerwehr Gerätehauses an die Gemeinde gestellt. Gemeint war ein Einbau in die alte Kegelbahn beim Wirt. Dieser Antrag wurde abgelehnt. Damaliger Bürgermeister Josef Miesgang verfolgte dieses Thema trotzdem mit Nachdruck weiter. So wurde im Mai 1992 dann ein Baugrund für das Feuerwehrhaus gekauft.
Bereits im August desselben Jahres hielten die Gruppenführer, Gemeinderäte und Architekten eine Versammlung wegen der Planung des Feuerwehrhauses ab.
Ende 1993 wurde die Baugenehmigung erteilt.
Mit dem Rohbau wurde bereits im Frühjahr 1994 begonnen. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten (14 Tage Regenwetter) konnte innerhalb von drei Wochen der Rohbau des Feuerwehrhauses erstellt werden.

Am 9. Juli 1995 wurde das neue Feuerwehrhaus eingeweiht. Rund 4000 freiwillige Stunden wurden bis dahin in Eigenleistung erbracht. Dadurch haben sich die Baukosten auf 453.000 DM erheblich gesenkt.

Gruppenphoto bei der Feuerwehrhauseinweihung 1995

Der Maibaum von 1995 wurde von der Familie Aicher aus Oberbuch gestiftet. Nach alter Tradition wurde dieser an Sylvester von den aktiven Feuerwehrleuten umgeschnitten.

Florian Tyrlaching 48/1 bei seiner Weihe

Im Jahr 1996 wurde ein Antrag auf Kauf eines neuen Löschfahrzeuges bei der Gemeinde gestellt, da das bereits existierende Fahrzeug nach nunmehr 30 Jahren doch schon in die Jahre gekommen war. Damals stimmte der Gemeinderat einstimmig für einen Kauf. Kurz darauf wurde auch schon das erste Fahrzeug vorgeführt. Erst nach vier weiteren Vorführungen stand die Entscheidung für Magirus Iveco fest. Das neue Fahrzeug holte eine kleine Abordnung der FFW Tyrlaching samt Bürgermeister im März 2000 beim Hersteller ab. Die Weihe fand am 12. November 2000 in Tyrlaching statt.

Bereits ein Jahr zuvor wurde auch eine neue Tragkraftspritze angeschafft. Es ist eine Ziegler TS 8/8 mit einem 50-PS-Polo-Motor. Sie wurde im November 1999 vom Hersteller abgeholt.

Die TS 8/8 wird beim Hersteller abgeholt.

 

Auch im Jahr 2000 wurde in Tyrlaching wieder ein neuer Maibaum aufgestellt. Peter Wolferstetter, Hausschmid von Niederbuch, hat den Baum gespendet. Die Diebe waren diesmal die Kameraden der FFW Freutsmoos.
Nach gemeinsamem Herrichten wurde der neue Baum am 1. Mai 2000 aufgestellt.

Der jetzige Maibaum wurde am 31.12.2004 gefällt. Gespendet hat ihn Josef Wurm aus Bartl. Die Feuerwehr Asten hat den Baum „gestohlen“, ausgelöst und gemeinsam mit den Tyrlachingern aufgestellt.

Bereits im Jahr 2004 wurde im Hinblick auf das 125-jährige Gründungsfest ein Festausschuss einberufen. Zu den Vorbereitungsarbeiten zählte auch die Suche nach einem Paten. Beim Patenbitten in Freutsmoos am 5. August 2005 konnte man nach intensivem Scheitlknien und 200 Liter Bier, nebst 25 Flaschen Wein, die Bürgermeister Matthäus Maier „her’ghoaßn“ hat, die Zusage der Feuerwehr Freutsmoos zum Paten einholen.

Auf diesem Bild sind die drei Festdamen zu sehen: Patenbraut aus Freutsmoos Steffi Jäger, Festbraut Christa Lebacher und Patenbraut aus Tyrlaching Claudia Huber.